Umweltschutz in Hurghada? Ja, den gibt es! Die Zwei ?? Bini und Sanne klären auf:
In unserem heutigen Beitrag möchten wir euch die Umweltschutzorganisation HEPCA vorstellen und euch mal erklären, was sie so alles in den Jahren seit ihrer Gründung geschafft haben. Da dies ein sehr umfassendes Thema ist, werden wir noch einen zweiten Beitrag schreiben, den wir dann später veröffentlichen werden. Also lasst euch überraschen.
Die Hepca ist eine Non-Profit Organisation (Nichtregierungsorganisation) und die größte ägyptische Naturschutzorganisation, die sich aktiv für den Erhalt von Leben im Roten Meer sowie an Land einsetzt und Projekte/Kampagnen zum Schutz der Umwelt in Ägypten durchführen.
Die HEPCA hatte ihr erstes offizielles Treffen im Jahre 1990 und hinter dem Namen verbirgt sich folgendes:
H > Hurghada
E > Enviromental
P > Protection
C > Conservation
A > Association
Installation von Bojen
Das heutige Hauptthema befasst sich mit dem Schutz der Unterwasserwelt und damit kommen wir direkt auf den wichtigsten Punkt, den wir HEPCA zu verdanken haben: die Bojen.
Nachdem man schon 1992 den Anstieg des Tauchtourismus verzeichnen konnte, setzten sich 12 Tauchbasen zusammen, um die „Rasante Zunahme von ankernden Tauchbooten“ zu diskutieren. Daraufhin wurde sehr zeitnah die HEPCA aktiv und 50 Scubapro Bojen aus Belgien wurden montierte. Diese Bojen wurden und werden auch noch heute fest in den Boden verschraubt, wodurch fixe Anlegepunkte geschaffen werden und um die „Ankerei“ auf dem Riff zu unterbinden.

Seitdem wurden etliche Bojen im Roten Meer installiert, so dass wir jetzt auf 1560 Bojen im ganzen Roten Meer kommen. Dieses Bojen-System wurde von der HEPCA das erste Mal genutzt und wird heutzutage auch in anderen Ländern wie z.B. Saudi Arabien, Jordanien und auf den Philippinen eingesetzt.
Zitat von Amr Ali (Manager Director) „We are looking for people with their heart in the right place. Because it’s not enough to set a buoy – you have to take care every day and need dedication”.
Die Bojen zu setzen ist aber nicht die Hauptaufgabe, sondern die Instandhaltung, da immer wieder Bojen abgeschnitten werden oder auch Seile reißen. Mit dieser Aufgabe sind die HEPCA Boote hauptsächlich beschäftigt.
Save our Giftun – Not for sale
1996 versuchte die Regierung, sowie die National Parks, die Bojen zu übernehmen, aber schon nach 6 Monaten wurde diese Aufgabe wieder die HEPCA übertragen. Als dann 2004 Präsident Mubarak die Idee hatte, die Giftun Insel an Berlusconi zu verkaufen, der einen Flughafen (um ein neues „Ibiza“ zu erschaffen) auf dieser erbauen wollte, wurde die „Gruppe der Umweltschützer“ zu einer Organisation, die auch den Staat zur Verantwortung zieht. Gemeinsam mit der RSDASS (Red Sea Association for Diving and Watersports) startet die HEPCA die Kampagne “Save our Giftun – not for sale” und schaffte es, dass sich am World Earth Day (22.04.2004) 100te von Tauchbooten sowie mehrere 1000 Protest Teilnehmer auf der Giftun Insel versammelten. Durch diese Kampagne und noch einer zusätzlichen Online-Petition (über 10.000 Unterschriften) geriet Präsident Mubarak unter so großen öffentlichen Druck, so dass er die Giftun Insel sowie alle 36 größeren Inseln im Roten Meer zu Umweltschutzgebieten/-zonen erklärte und somit jegliche touristische Nutzung untersagt wurde.
Ein riesiger Erfolg für die HEPCA und für die Taucher, da um die Giftun Insel 40% aller Tauchplätze bei Hurghada liegen. Mit 196 verschiedenen Arten von Hart-und Weichkorallen und 800 verschiedenen Unterwasserlebewesen nimmt sie ein wichtige Rolle für das Rote Meer ein. Außerdem ist die Giftun Insel der Hauptbrutplatz der Schildkröten.
Müll im Roten Meer
2006 befasst sich die HEPCA dann intensiv mit dem Problem des Mülls im Roten Meer. Zu dieser Zeit wird festgestellt, dass 70% der verstorbenen Meeresschildkröten an Plastik, welches sie irrtümlicher Weise für Nahrung hielten, starben. Es wurden Kampagnen gestartet, um Müll Unterwasser zu sammeln, was bis zum heutigen Tage regelmäßig durchgeführt wird, ob im kleinen Kreise von den einzelnen Tauchschülern oder auch im großen Rahmen an bestimmten Tagen im Jahr. Jeder Taucher sollte sich ein Beispiel daran nehmen und bei den Tauchgängen immer schauen, ob es Müll gibt, den man einsammeln kann.
Bio-Boot-Projekt
Seit 2014 läuft das Bio-Boot-Projekt: ein mobiles Forschungsboot, mit dem Schüler und der Bevölkerung Wissen über Umweltschutz und Biologie in einer praktischen Umgebung vermittelt wird. An Bord werden Vorträge gehalten, es stehen wissenschaftliches Equipment und Multi Media zur Verfügung. Das Bio-Boot ist wind- und solarbetrieben und besitzt ein grünes, bewachsenes Dach. Dieses soll Zugvögeln und kleineren Lebewesen einen Aufenthaltsort bieten. Alle 2 Wochen ändert es seinen Standort, um so möglichst vielen Menschen die Chance auf Bildung zu geben. Das ist alles kostenlos!
Nun noch ein paar allgemeine Projekte die HEPCA organisierte und durchführte:
- Durch gezielte Beobachtungen und darauf folgenden Schutz, stieg die Anzahl der Schildkröten um 50-60%
- 125 akustische Empfänger wurden an der ägyptischen Küste installiert, für die Bestimmung verschiedener Spezies und Zählung der verschiedenen Arten
- Delphinbeobachtung über Fotoidentifikation, akustische Empfänger und Research Boote
- Temperaturmessgeräte wurden an 36 Bojen befestigt, nach 6 Monaten Austausch und Auswertung
- Vergabe von Stipendien an ägyptische Studenten und Praktikumsvergabe an ausländische Studenten
- Projekt für 2016: Anbringen von Sendern an Haien mit Hilfe von südafrikanischen Wissenschaftlern
- Erhaltung vom Samadai Riff
- 2 Research Center (Marsa Alam und Sahl el Hasheesh)
Wir hoffen wir konnten euch einen kleinen Einblick über den Umweltschutz in Hurghada geben und wie gesagt, der 2. Teil folgt bald.
Bis zur nächsten Woche,
Bini und Sanne von den Zwei ??






Ein Kommentar zu "Umweltschutz in Hurghada"
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