Die Fortpflanzung bei Kraken ist heute das Thema bei unserer Tauchlehrerin Lucy. Genauer gesagt der Begattungsarm der Kraken. Als Beispiele dienen hier Argonauten, die in den Weltmeeren und Oktopoden, die vor Hurghada zu Hause sind:
Argonauten, auch Papierboote genannt, sind entfernte Verwandte der Kraken. Die Weibchen sind ungefähr zehn Zentimeter groß, wobei die Männchen mit einer Größe von zwei Zentimetern wesentlich kleiner ausfallen. Sie leben meist in der Tiefsee und werden nur selten von Tauchern beobachtet. Die Männchen haben eine nicht besonders liebevolle Strategie entwickelt, um sich fortzupflanzen. Sie wandeln einen ihrer Arme zu einem Begattungsarm um, trennen ihn vom Körper ab und schicken ihn auf die Reise. Der wandelnde Arm findet ein Weibchen, welches sich die Spermien selbst einfügt und so trächtig wird. Offenbar gibt es auch extra gierige Weibchen, die die Begattungsarme von mehreren Männchen sammeln und behalten, damit sie sich nach Belieben immer wieder befruchten können. Für das Männchen ist das Abtrennen des Armes der letzte Akt – er überlebt ihn nicht.
Die Oktopoden, die wir bei unseren Tauchgängen im Hurghada für gewöhnlich finden, sind von der Art „Roter Krake“, den Ihr auch im Preise-Pass findet. Auch sie haben einen Begattungsarm, der allerdings nicht abgetrennt wird. Wenn Ihr also bei einem Tauchgang zwei Oktopoden beobachtet, die vermeintlich Händchen halten, stört sie lieber nicht. Es könnte sich um etwas viel Intimeres handeln. 😉
Übrigens: Meinen letzten Beitrag über die „Unsterblichkeit bei Quallen“ gibt es hier.
Bis zum nächsten Ausflug in die Unterwasserwelt,
Eure Lucy





