Manchmal ist es im Leben so – ein gemeinsamer Tauchurlaub kommt einfach nicht zusammen. Da hat mein alter Tauchpartner in diesem Urlaub einfach keine Zeit oder der Chef macht dem gemeinsamen Tauchurlaub einen Strich durch die Rechnung. Da steht man dann da, vor dem geistigen Auge schimmert schon das warme und klare Wasser des Roten Meeres. In der Fantasie kommt dann noch eine Gruppe von Delfinen vorbei und man riecht förmlich schon den Essenduft aus der Kombüse des Tauchbootes. Bloss der Tauchpartner fehlt. Alleine in den Tauchurlaub? Ob das überhaupt funktioniert?
Eines sei hier schon vorweg gesagt: Bisher haben wir für jeden Tauchertopf schon den passenden Deckel gefunden. Taucher sind ja überaus soziale Wesen und so bleibt kein Buddy an Bord lange alleine und ein Tauchpartner ist an Bord auch schnell gefunden. Dabei gilt es aber einige Dinge zu beachten, denn schließlich kennt man sich ja noch nicht so gut. Auf jeden Fall sollte man sich vorab nach der Taucherfahrung des neuen Partners erkundigen. Dazu empfiehlt es sich defintiv nicht quer durch die Briefing Runde zu grölen: „Und? Wieviele Tauchgänge haste denn schon?“ Das bevorzugte Mittel ist hier das Vier Augen Gespräch um den anderen nicht in eine eventuell unschöne Situation zu bringen. Doch nur die Tauchgangszahl alleine verrät einem noch nicht etwas über den wirklichen Erfahrungsstand. Gut zu wissen ist auch, wann und wo denn der Buddy zum letzten Mal tauchen war. Das sind sozusagen die Grundpfeiler der neuen Partnerschaft.
Wie in jeder Beziehung gilt es nun sich auch auf gewisse Spielregeln zu einigen. Dazu sollte auf jeden Fall ein gemeinsamer Kurs gehören 🙂 Weiter abzusprechen sind das Buddy System, die Wiederholung der wichtigsten Handzeichen und was im Falle eines Verlustes des Tauchpartners zu tun ist und ganz wichtig: die Maximal Tiefe. Habe ich es nämlich mit einem verkappten Tiefenjäger zu tun, der gerne an der 40 Meter Marke herum schrammt komme ich eventuell in einen unangenehmen Konflikt. Jetzt kann ich entweder alleine im flacheren Bereich weiter tauchen – jetzt allerdings ohne Buddy also auch ohne Luftversorgung in einem Notfall – oder ich begleite meinen tiefengeilen Neupartner in Bereiche, in denen ich mich vielleicht gar nicht wohl fühle. Eine Absprache vor dem Tauchgang ist übrigens auch mit dem gewohnten Partner absolut zu empfehlen, denn manchmal geraten gewisse Verfahrensweisen einfach in Vergessenheit.
Auch zurück im Dive Center bleibt bei uns nie ein Taucher alleine, denn solch ein gemeinsamer Tauchtag verbindet. In geselliger Runde lässt man dann den Abend ausklingen, schreibt sein Logbuch um dem daheim gebliebene Tauchpartner später die Taucherlebnisse präsentieren zu können und notiert noch schnell die Kontaktdaten des neu gewonnen Tauchpartners.
Was meint ihr zu einem Tauchurlaub ohne den gewohnten Tauchpartner?





10 Kommentare zu "Alleine in den Tauchurlaub"