Heute wollen wir euch mal ein paar Hintergrundinformationen über die Wracks geben, die es so im Roten Meer in unmittelbarer Nähe von James und Mac gibt. Anfangen werden wir mal mit der Carnatic und wünschen euch viel Spaß beim Lesen:
Am 8. Dezember 1862 lief der Dampfsegler Carnatic, gebaut von den Samuda Brothers in London für die britische Peninsular & Oriental Steam Navigation Co. (P&O), vom Stapel. Die Carnatic war 89,8 Meter lang, 11,6 Meter breit, hatte einen Tiefgang von 7,6 Metern und besaß eine Tonnage von 1.776 BRT. Neben dem Motor besaß die Carnatic noch zwei Segelmasten als Antrieb. Das Schifffahrtsunternehmen nutzte das Schiff für den kombinierten Fracht-, Post- und Personentransport zwischen dem ägyptischen Suez und Indien; gelegentlich auch bis nach China. Zu dieser Zeit gab es noch nicht den Suezkanal. Benannt war das Schiff nach der Landschaft Karnatik im Süden Indiens, eine veraltete Bezeichnung für ein Gebiet im heutigen Tamil Nadu, im Südosten von Karnataka und im Süden von Andhra Pradesh.
In der Nacht des 12. September zum 13. September 1869, eine Stunde nach Mitternacht, lief das Schiff bei schwachem Wind und fast ruhiger See auf das in den Seekarten eingezeichnete Riff Abu Nuhas. Am Anfang konnte man das Schiff noch in tieferes Wasser bringen, aber das Ausmaß der Beschädigungen wurde vom Kapitän völlig unterschätzt. In der Folgenacht mussten die Maschinen abgestellt werden, da das Schiff mit Wasser vollgelaufen war und am folgenden Abend gab der Kapitän den Befehl, die Passagiere in die Rettungsboote zu bringen, die dann am Morgen vom Dampfsegler „Sumatra“ desselben Schifffahrtsunternehmens gerettet wurden. Bei dem Unglück starben 30 Menschen, darunter 15 Crewmitglieder asiatischer Herkunft.
Das Versicherungsunternehmen Lloyd’s of London entsandte am 25. September 1869 in Suez eine Bergungsexpedition mit zwei Tauchern, die am 30. September am Wrack ankam. Das Schiff war mittlerweile teilweise gesunken, aber noch sichtbar, wie es auf dem Riff auflag und Vor- sowie Hauptmast waren noch vorhanden. Einheimische hatten das Schiff schon zum Teil geplündert, aber es hauptsächlich nur auf die Baumwolle abgesehen. Die Untersuchung hatte am 20. Oktober begonnen und am 24. Oktober konnte die Post sichergestellt werden. Am 2. November konnte die Bergung von 22 Kisten mit Goldmünzen (32.000 Pfund) von den beiden Tauchern abgeschlossen werden, jedoch ist über den Verbleib der restlichen 8.000 Pfund (heutige Wert 250.000 Euro) nichts bekannt.
Im Auftrag von Lloyds bargen einheimische Beduinen 700 Kupferbarren mit dem Gewicht pro Barren zwischen 40-70 englischen Pfund (etwa 18-32 Kilogramm). Diese Kupferbarren waren für die Münzprägung vorgesehen.
Die einzelnen Tauchgänge dauerten im Durchschnitt 75 Sekunden, maximal 90 Sekunden wobei das Geschick der Araber gefragt war, die sich einen Strick um den Arm legten und kopfüber ins Wasser sprangen, um direkt nach unten zu tauchen, wo sie die Barren zwischen ihre Beine oder in die Arme packten und dann wieder an die Oberfläche gezogen wurden.
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Wir bieten die Wracktour in den Norden nach Abu Nuhas bei windstillem Wetter an. Sprecht uns einfach vor Ort an.
Bis nächste Woche,
Eure Zwei ??






Ein Kommentar zu "Abu Nuhas – Carnatic"
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