Abschied vom Roten Meer

Tauchlehrerin-geht

Unsere Tauchlehrerin Jessi feierte vor 2 Tagen ihren Abschied vom Roten Meer. Und wer kann die letzten Worte besser finden als sie selbst:

Meine Ära geht zu Ende und ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich erinnere mich noch an den Tag meiner Ankunft: meine liebe Lucy holte mich vom Flughafen ab und brachte mich zu meiner neuen Unterkunft – Haus 4. Hier warteten auch schon Eva und Max auf mich und ein paar Monate später zog auch noch Melli in unsere WG. Wir erlebten eine wundervolle Zeit zusammen und wurden stets begleitet von unserer Haus- und Hofkatze Ozmo (alias Diva of Alcatraz) und der süßen Mausi (auch Pucki genannt), die tagsüber lieber schlief um nachts ganz Marques Siachi mit ihrem endlosen Gebell zu unterhalten. Hinter unserem Kühlschrank wohnten Gerry und Gisela, 2 Leopardgeckos die mit uns in den Kampf gegen die Insekten zogen.

Und am 1.5. war es auch schon so weit, mein 1. Tag bei James & Mac. Holla die Waldfee, war ich aufgeregt. Die erste Zeit begleitete ich Cheftauchlehrerin Petra bis ich dann alleine in See stach, noch aufregender! Ehrlich gesagt war ich jedes Mal froh, wenn ich das Boot wieder gefunden habe und allen Tauchern ein Grinsen ins Gesicht zaubern konnte. Nicht alle Tauchplätze standen auf meiner bevorzugten Liste, vor allem nicht die an denen ich navigationsmäßig anfangs immer wieder versagte. Aber wer kennt ihn nicht, den ungeplanten Drift von Shaab (F***) Dorfa ans Banana Reef?!

Ohne Ausnahme wurde ich von jedem aus der Crew herzlich aufgenommen und entwickelte mich zu einem Stückchen James & Mac. Jeden Tag lernte ich das Rote Meer ein bisschen besser kennen und brauchte dabei nie um tatkräftige Unterstützung bitten. Es entwickelte sich zu einem unausgesprochenem Geben und Nehmen mit liebevollem Umgang und es war immer Zeit für Spaß an der Freude.

Dann kam der nächste Schritt, die Ausbildung junger, dynamischer und wissbegieriger Tauchneulinge. Ganz schön harter Tobak, was man in so kurzer Zeit vermitteln will um seine Schützlinge dann ins große, weite Meer zu entlassen. Es war auch nicht jeder jung, dynamisch und wissbegierig zugleich, dennoch hat mir dieser Part viel Freude bereitet.

Das Rote Meer und ich teilen nun viele schöne Erinnerungen, hier sah ich zum ersten Mal Walhaie, Mobulas, Weisspitzen, Delfine und einen Ammenhai beim Mittagsschlaf. Aber auch die üblichen Verdächtigen haben es mir angetan, gerne sah ich den Blaupunktrochen bei der Nahrungsaufnahme zu, entwickelte ein Auge für die Tarnkünstler, beobachtete fasziniert eine Muräne nach der Anderen und entwickelte eine kleine Vorliebe für Garnelen.

Nun besteht das Leben bei James & Mac nicht nur aus den täglichen Unterwasserreisen, auch über Wasser gab es viel zu erleben. Ich habe nicht nur wunderbare Kollegen kennen und lieben gelernt. Ich habe wahre Freunde gefunden die ich niemals mehr missen möchte. Aber warum habe ich denn dann dem Auslandstraum ein Ende gemacht? Für mich gibt es keinen schöneren Grund zu gehen, als die Liebe, die mich zurück nach Hause holte.

Hiermit möchte ich mich ganz herzlich bei jedem von Euch bedanken, der dazu beigetragen hat, dass meine ägyptische Zeit zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden ist. Viele Tränen werde ich noch vergießen, wenn ich voller Sehnsucht an Euch denke! Fühlt euch gedrückt und denkt immer daran, heute ist nicht alle Tage – ich komme wieder, keine Frage!

In Liebe Eure Jessica

Frogfish

16 Kommentare zu "Abschied vom Roten Meer"

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